Mia Guethe gehört zu einer Generation von Sportjournalistinnen, die Fußball nicht nur über Ergebnisse, Transfers und Tabellen erzählen. Die 2002 geborene Journalistin arbeitet für das Fußballkulturmagazin 11FREUNDE und beschäftigt sich mit der Verbindung von Fußball, Gesellschaft, Politik und Popkultur. Nach einem Politikwissenschaftsstudium absolvierte sie bei 11FREUNDE ein Volontariat und wurde anschließend Redakteurin. Aufmerksamkeit erhielt sie auch durch eine gemeinsame Recherche von 11FREUNDE und CORRECTIV über Gewalt und Machtmissbrauch im Jugendfußball sowie durch Auftritte in Audio-, Video- und TV-Formaten.
Mia Guethe im Kurzprofil
| Merkmal | Information |
|---|---|
| Name | Mia Guethe |
| Geburtsjahr | 2002 |
| Beruf | Journalistin, Moderatorin und Podcasterin |
| Redaktion | 11FREUNDE |
| Studium | Politikwissenschaft, bis 2023 |
| Volontariat | 11FREUNDE, 2023–2025 |
| Tätigkeit seit 2025 | Redakteurin bei 11FREUNDE, daneben freie Journalistin und Moderatorin |
| Thematische Schwerpunkte | Fußballkultur, Gesellschaft, Politik, Popkultur |
| Auszeichnung | „Top 30 bis 30“ des medium magazins 2026 |
Die wichtigsten Stationen ihres bisherigen Berufswegs nennt Guethe selbst im Fragebogen des medium magazins: Auf das Politikwissenschaftsstudium folgte von 2023 bis 2025 das Volontariat bei 11FREUNDE. Seit 2025 arbeitet sie dort als Redakteurin und zusätzlich frei als Journalistin und Moderatorin. 2026 nahm das Branchenmagazin sie in seine Auswahl „Top 30 bis 30“ auf.
Vom Politikwissenschaftsstudium zu 11FREUNDE
Guethes Einstieg in den Journalismus verbindet zwei Felder, die in ihren späteren Texten immer wieder zusammenkommen: Politik und Fußball. Bis 2023 studierte sie Politikwissenschaft. Noch im selben Jahr begann sie ihr Volontariat bei 11FREUNDE, einem Magazin, das Fußball traditionell als kulturelles und gesellschaftliches Thema behandelt und nicht ausschließlich als sportlichen Wettbewerb.
Im Gespräch mit dem medium magazin beschreibt Guethe den Sportjournalismus nicht als ursprünglich festgelegtes Karriereziel. Journalistin habe sie dagegen schon lange werden wollen. Fußballkultur sei eine weitere Leidenschaft gewesen, die sich mit dem Schreiben verbinden ließ. Genau diese Kombination prägt ihre Arbeit: Sie interessiert sich für die sozialen und politischen Konflikte rund um den Sport ebenso wie für das Geschehen auf dem Platz.
„Ich schreibe einfach unheimlich gern.“ — Mia Guethe im medium magazin.
Ein Sportjournalismus, der über das Ergebnis hinausgeht
Guethe formuliert ihren journalistischen Anspruch deutlich. Fußball bewege viele Menschen und sei häufig ein Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen; deshalb müssten Geschichten kritisch und zugleich mit Gefühl und Perspektive erzählt werden, statt sich auf reine Ergebnisberichterstattung zu beschränken.
Daraus ergeben sich Themen, die weit über klassische Spielberichte hinausreichen. Im medium magazin nennt sie unter anderem die Kommerzialisierung des Profifußballs, den Kulturwandel im Frauenfußball und die Frage, wie sich Frauen und Minderheiten auf deutschen Tribünen wohler fühlen können. Für ihre weitere journalistische Arbeit interessieren sie außerdem Politik, Gesellschaft, Popkultur und Kulinarik.
Auch ihre Arbeitsweise ist crossmedial. Das Profil der MEDIENTAGE MÜNCHEN führt neben 11FREUNDE unter anderem Auftritte für Calcio Berlin sowie das Podcastformat „In Kontakt Bleiben“ über den Hamburger SV und den FC St. Pauli auf. Guethe arbeitet damit nicht nur für Print und Online, sondern auch vor Kamera und Mikrofon.
Die Recherche zu Gewalt im Jugendfußball
Ein besonders umfangreiches Projekt ihrer bisherigen Laufbahn entstand gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen von 11FREUNDE und CORRECTIV. Mehr als ein Jahr beschäftigte sich das Team mit Missbrauch, Mobbing, sexualisierter Gewalt und Machtstrukturen im deutschen Jugendfußball. Guethe erklärte später, dass dabei Gespräche mit Betroffenen geführt sowie Angaben mithilfe von Gerichten, Staatsanwaltschaften und Dokumenten geprüft wurden.
CORRECTIV veröffentlichte die zentralen Ergebnisse am 23. September 2025. Die Recherche dokumentierte mindestens 37 strafrechtliche Ermittlungsverfahren seit 2020 mit insgesamt 130 Geschädigten im Zusammenhang mit Gewaltdelikten gegen Minderjährige im Fußball. In einer nicht repräsentativen Online-Befragung äußerten sich zudem knapp 500 Menschen zu eigenen Gewalterfahrungen als Minderjährige im Fußball.
11FREUNDE bestätigte Guethes Beteiligung ausdrücklich: Die Titelgeschichte in Ausgabe 287 wurde von Mia Guethe, Charlotte Hermel, Tim Jürgens und Tim Pommerenke geschrieben und entstand in Kooperation mit CORRECTIV. Guethe erläuterte die Arbeit anschließend auch in einem 11FREUNDE-Format gemeinsam mit Tobias Ahrens.
Diese Recherche zeigt besonders deutlich, welche Art von Sportjournalismus Guethe verfolgt: Fußball dient als Zugang zu Fragen von Macht, Schutz, Verantwortung und Institutionen.
Mia Guethe bei „hart aber fair“
Bereits im Februar 2024 war Guethe in der ARD-Sendung „hart aber fair“ als Sportjournalistin zu Gast. Die Ausgabe vom 19. Februar behandelte unter dem Titel „Aufstand der Fans – machen Investoren den Fußball kaputt?“ die damalige Auseinandersetzung um einen geplanten Investoren-Einstieg im deutschen Profifußball.
Die Gästeliste umfasste neben Guethe unter anderem Martin Kind, Ariane Hingst, Markus Babbel, den Fanvertreter Thomas Kessen und den Sportökonom Christoph Breuer. Diskutiert wurden Fanproteste, Kommerzialisierung und die zukünftige Ausrichtung des Profifußballs. Guethes Teilnahme passt damit zu einem Kerngebiet ihrer journalistischen Arbeit: dem Konflikt zwischen wirtschaftlichen Interessen und gewachsener Fankultur.
Stationen der bisherigen Laufbahn
| Zeitraum | Station |
| Bis 2023 | Politikwissenschaftsstudium |
| 2023–2025 | Volontariat bei 11FREUNDE |
| Februar 2024 | Gast bei „hart aber fair“ zum Thema Investoren und Fanproteste |
| 2025 | Redakteurin bei 11FREUNDE; gemeinsame Recherche mit CORRECTIV |
| September 2025 | Veröffentlichung der Recherche zu Gewalt im Jugendfußball |
| 2026 | Aufnahme in die „Top 30 bis 30“ des medium magazins |
Welche Themen könnten künftig wichtiger werden?
Guethe selbst zeichnet für ihre weitere Laufbahn ein relativ breites Bild. Sie möchte Fußball und Fußballkultur weiterhin journalistisch bearbeiten, ihren Themenbereich aber um mehr Gesellschaft, Politik, Popkultur und Kulinarik erweitern. Gleichzeitig möchte sie die Mischung aus Audio, Video und Print beibehalten.
Damit steht sie für einen Ansatz, bei dem Sportjournalismus nicht als abgeschlossene Fachnische verstanden wird. Fragen über Stadionatmosphäre, Diskriminierung, Geld, Verbände oder Schutzkonzepte berühren größere gesellschaftliche Konflikte – und genau dort liegt ein wesentlicher Schwerpunkt ihrer bisherigen Arbeit.
Häufige Fragen zu Mia Guethe
Wer ist Mia Guethe?
Mia Guethe ist eine 2002 geborene deutsche Journalistin. Sie arbeitet seit 2025 als Redakteurin bei 11FREUNDE und ist außerdem als freie Journalistin, Moderatorin und Podcasterin tätig.
Wo arbeitet Mia Guethe?
Ihr redaktioneller Schwerpunkt liegt bei 11FREUNDE. Darüber hinaus tritt sie laut MEDIENTAGE MÜNCHEN unter anderem in Formaten von Calcio Berlin und im Podcast „In Kontakt Bleiben“ auf.
Was hat Mia Guethe studiert?
Sie studierte bis 2023 Politikwissenschaft. Anschließend begann sie ihr Volontariat bei 11FREUNDE.
Welche Themen behandelt Mia Guethe?
Zu ihren Themen gehören Fußballkultur, Kommerzialisierung, gesellschaftliche und politische Fragen rund um den Fußball, Frauenfußball, Diversität sowie Popkultur.
War Mia Guethe bei „hart aber fair“?
Ja. Am 19. Februar 2024 war sie als Sportjournalistin in einer Ausgabe über Fanproteste und den damals diskutierten Investoren-Einstieg im Profifußball zu Gast.
Welche Auszeichnung erhielt Mia Guethe 2026?
Das medium magazin nahm sie 2026 in seine Auswahl „Top 30 bis 30“ für Nachwuchstalente im Journalismus auf.
Fazit
Mia Guethe hat sich innerhalb weniger Jahre von der Politikwissenschaft über ein Volontariat zur Redakteurin bei 11FREUNDE entwickelt. Kennzeichnend für ihre Arbeit ist weniger klassische Ergebnisberichterstattung als der Blick auf Fußball als kulturellen und gesellschaftlichen Raum. Die gemeinsame Recherche mit CORRECTIV, ihre Arbeit in Audio-, Video- und Printformaten sowie ihre Aufnahme in die „Top 30 bis 30“ 2026 machen nachvollziehbar, weshalb ihr Name besonders mit einem kritischen, crossmedialen Fußballjournalismus verbunden ist.
Quellen
medium magazin – „Top 30: Mia Guethe“, 24.07.2026
https://mediummagazin.de/news/beitrag/1375-top-30-mia-guethe.html
MEDIENTAGE MÜNCHEN – „Mia Guethe – Journalist, 11FREUNDE“
https://medientage.de/en/speaker/profile/?id=1435
ARD – „hart aber fair“, 16.02.2024
https://www.ard.de/die-ard/ard-programmdirektion/programmpresse/pressemeldungen/hart-aber-fair,20240216-hartaberfair-100.html
CORRECTIV – „Verdrängt, vergessen, verschwiegen: Der deutsche Fußball hat ein Missbrauchsproblem“, 23.09.2025
https://correctiv.org/aktuelles/gewalt-im-sport/2025/09/23/gewalt-fussball-trainer-missbrauch-recherche-kinder-jugendliche-dfb/
11FREUNDE – „#287 – Unser neues Heft ist da!“, 26.09.2025
https://shop.11freunde.de/blog/11freunde-287-titelgeschichter-sexueller-missbrauch-im-fussball.html